Biologisch Artgerechte RohFütterung BARF

 

BARF – ist das was für mich? Wie funktioniert das? Ist das nicht viel zu aufwändig?

Ich selber füttere meine Hündin ausschliesslich mit biologisch artgerechtem Rohfutter und habe sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch der Aufwand hält sich in Grenzen, sobald man sich etwas in die Materie hineingearbeitet hat. Wenn ich mal ohne Hund im Urlaub bin, füttern sogar meine Dogsitter BARF. Mit vorgekochtem, vorportioniertem Gemüse aus der Kühltruhe und tiefgefrorenem Fleisch in passenden Rationen entsteht kaum mehr Aufwand als beim Öffnen einer Packung Fertigfutter.

Gerne lasse ich nun eine ausgebildete Ernährungsberaterin für Hunde zu Wort kommen, Monika Leemann vom Pfoten-Bistro in Orpund:

 

Was ist BARF?

B.A.R.F (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) bezeichnet eine Fütterungsmethode, welche sich an den Ernährungsgewohnheiten der Wölfe und anderer wildlebender Carnivoren orientiert. Angelehnt an deren Fressgewohnheiten wird das Tier mit Frischfleisch, Knochen, Gemüse und evtl. Kohlenhydraten gefüttert, wobei der Halter selber für die Ausgewogenheit der Mahlzeiten verantwortlich ist. Ursprünglich für Hunde entwickelt, werden mit Erfolg auch immer mehr Katzen nach der Methode von B.A.R.F ernährt.

Allergien, Magen-Darm-Erkrankungen, Pankreatitis, Nieren – und Blasenprobleme, Immunschwächen, Lebererkrankungen etc. treten immer gehäufter auf und immer mehr Hundehalter beginnen, sich mit der Ernährung ihrer Tiere auseinanderzusetzen. Tapfer kämpfen sie sich durch den Dschungel an (zum Teil widersprüchlichsten) Informationen aus Büchern und Internetseiten. Egal wie hochwertig ein Trockenfutter (ja, es gibt sie, die „vernünftigen“ Trockenfutter) ist – es gibt KEINE andere Fütterungsart, welche eine so flexible Anpassung an die Bedürfnisse des eigenen Tieres erlaubt wie die Frischfütterung. Denn genauso wie wir Menschen, sind unsere Tiere verschieden, jedes hat Vorlieben und Aversionen oder Krankheiten wie Allergien welche eine Individuelle Anpassung der Nahrung erforderlich machen.

Im Internet gibt es viele Futterplanrechner, was anfangs hilfreich sein kann. Nach gewisser Zeit haben die meisten Hundebesitzer ein Gespür entwickelt und mischen die Mahlzeiten ohne Waage und Taschenrechner, es ist nicht halb so kompliziert wie es am Anfang den Anschein macht, fangen Sie einfach an, keine Angst! Die meisten Hunde lieben die Frischfütterung und nehmen rohes Fleisch gerne an, vereinzelt brauchen Hunde welche jahrelang nur Trockenfutter kannten eine Eingewöhnungszeit. Lassen Sie sich nicht entmutigen, Sie werden belohnt mit einem schönen glänzenden Fell, weniger Ausdünstungen, glänzenden Augen, kleinerem Kotabsatz, weniger Blähungen, mehr Energie und vor allem: FREUDE AM FRESSEN!

 

Wieso BARF die Lösung bei gesundheitlichen Problemen sein kann

Als ich mit BARF zum ersten Mal in Kontakt gekommen bin hatte mein Hund ständig Hotspots und Durchfälle und ich wusste mir nicht mehr zu helfen. Eine ganz liebe Freundin von mir, sagte damals zu mir: „Geh, kauf Pferdefleisch und füttere deinem Hund 2 Monate lang nur das mit Kartoffeln“. Für mich tönte das doch sehr merkwürdig. Ich hatte doch alles an Futter durch. Jedes nur Erdenkliche hatte ich versucht, nichts hat geholfen und jetzt kommt die mit Pferdefleisch und Kartoffeln. So was Banales……

Aber ich hab ihr vertraut und es versucht. Und mein Hund hatte innerhalb weniger Wochen weder Hotspots noch Durchfälle. Trotzdem kam ich nie ganz vom Trockenfutter los, ich füttere Heute noch ab und an Trockenfutter. Wenn ich in den Ferien bin, wenig Zeit habe oder wenn sie gehütet werden. Und ich habe kein schlechtes Gewissen dabei. Klar ist frisch immer besser. Und sofern möglich erhalten meine Hunde das auch. Ich liebe Kräuter, bin begeistert wenn meine Hunde 500g Pansen am Stück „inhalieren“ und gönne es ihnen von Herzen, wenn sie ein ganzes frisches Rinderohr mit Fell im Garten verputzen. Wieder mal so richtig „HUND“ sein… Dürfen sie ja sonst schon kaum mehr 😉

Sie sind neugierig aber haben tausend Fragen?

Ist BARF wirklich soooooo schwer? Muss ich alles roh füttern? Was ist mit Salmonellen? Wie umfangreich muss ein Plan sein? Wie steht es mit MANGEL? Wie teuer ist es? Wie aufwendig ist es?

Ich kann Sie beruhigen: Ihr Hund wird nicht an Mangelernährung sterben wenn Sie mit BARF anfangen. Sie werden nicht tagelang in der Küche stehen müssen und mit Schweissperlen auf der Stirn Mahlzeiten zubereiten, während Ihnen für sich selber nur noch Zeit bleibt, eine Pizza in den Ofen zu schieben. Es wird Sie nicht mehr kosten als ein hochwertiges Trockenfutter für das Sie beim Tierarzt oder im Fachgeschäft zahlen. Wir sagen: 10 Kg Hund sind für Fr.1.50 – Fr.2.00 am Tag gut zu füttern. Wieviel kostet eine Tasse Kaffee im Restaurant?

Trockenfutter enthalten oftmals praktisch nur tierische Nebenerzeugnisse, minderwertige Getreidenebenerzeugnisse und Komponenten, aus denen die Hunde kaum etwas Verwertbares holen können. Das ist auch der Grund, weshalb Trockenfutter  mit einem Vitamin-Mineralstoff-Gemisch angereichert werden und meist übervitaminisiert sind und das meiste davon können die Hunde gar nicht aufnehmen. Wenn man frische Lebensmittel füttert, ist die Bioverfügbarkeit um ein vielfaches höher. Das heisst, aus frischen Lebensmitteln können unsere Hunde und Katzen viel mehr Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente holen. Ist bei uns ja auch so.

Die Fertigfutter-Industrie will uns Glauben machen, dass wir nicht in der Lage sind, unsere Tiere frisch so zu ernähren, dass sie gesund bleiben, und viele glauben das. Aber die Evolution lehrt uns etwas anderes. Sie haben bis jetzt ja schliesslich überlebt…. Man kann sich fragen, wie sie das geschafft haben. In der Wildnis, in mageren Zeiten ohne rechte Beute, ohne Medizin und Trockenfutter. Also kann man davon ausgehen, dass ein Beutetier in seinem Nährstoffgehalt den Bedarf seines Jägers ja offensichtlich deckt. Sonst wären sie ja ausgestorben und das relativ schnell…. Oder nicht?

Aber wie auch immer: BARF soll in den Tagesablauf passen, es soll Spass machen, machbar sein und keine schlaflosen Nächte verursachen. Pläne sind in Ordnung solange sie für den Halter nicht zu kompliziert sind. Am besten arbeitet man nach dem Schema Beutetier. Denn das ist das, was die Natur auch tut. Und die Evolution zeigt, dass es funktioniert. Wir versuchen so gut als möglich, dem Beutetier so nahe wie möglich zu kommen indem wir uns daran orientieren, woraus ein Beutetier besteht und was von einem in der Wildnis erbeuteten Beutetier gefressen wird. Dabei orientieren wir uns auch an den Lebensumständen des jeweiligen Tieres, seiner gesundheitlichen Verfassung, der Machbarkeit für den Hundehalter und fangen meist recht einfach an.

Wichtig dabei ist, dass wir hochwertige Nahrungsmittel füttern. Fleisch nicht von irgendwoher, sondern aus Humanproduktion. Dann ist es auch geprüft und kontrolliert. Innereien im richtigen Verhältnis, Zusätze mit Bedacht und bei Bedarf. Frische Gemüse und Früchte oder hochwertige Trockenware. Gute Öle, ein wenig Kräuter und dann kann man davon ausgehen, dass das Tier gesund bleibt.

 

Sie wollen BARF kennenlernen?

Sie werden sich etwas in die Materie einarbeiten müssen, darum herum kommen sie nicht. Sie müssen lernen was Ihr Hund braucht und in welcher Zusammensetzung Sie es füttern müssen. Aber Sie müssen das nicht alles an einem Tag können. Sie dürfen hineinwachsen und dann erscheint es auch nicht so kompliziert. Ihr Tier braucht nicht alle Nährstoffe in der genauen Zusammensetzung an jedem Tag. Das ist die Vorgabe der Futtermittelindustrie und das gibt es auch nur dort, mit den chemischen synthetischen Cocktails, die auf das Futter aufgesprüht werden bevor es abgepackt wird. Die Natur kennt das nicht. Auch bei uns funktioniert das nicht so. Oder wissen Sie ganz genau, ob Sie Heute alle Nährstoffe, Spurenelemente und Vitamine zu sich genommen haben die Sie brauchen? Nicht? Ehrlich gesagt: Ich auch nicht 😉

Versuchen Sie es einfach.

Und wenn sie Anfangs auch nur aus Spass ab und an Ihrem Hund eine frische Mahlzeit gönnen… auch das ist erlaubt!

 

Weitere Informationen finden Sie auf www.pfoten-bistro.com